AG Klassenanalyse: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 20. Oktober 2019, 12:56 Uhr

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Einführung in die AG[Bearbeiten]

Im Zentrum der materialistischen Geschichtsauffassung des Marxismus steht die Theorie von Klassen. Damit sind gesellschaftliche Großgruppen gemeint, die sich aus der historisch spezifischen Produktionsweise ergeben. Ihnen liegt eine bestimmte Stellung zu den Produktionsmitteln zugrunde. Sie sind daher nicht einfach Ergebnis gemeinsamer Vorstellungen, sondern sie existieren als Teil der objektiven Wirklichkeit, unabhängig vom Bewusstseinsstand der Menschen.

Gleich zu Beginn des Manifests der kommunistischen Partei machten Marx und Engels die fundamentale Bedeutung der Klassentheorie deutlich, indem sie formulieren: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.“ Im Fortlauf ihrer Schrift stellen sie heraus, dass alle bisherigen Klassengesellschaften immer in Ausbeuter und Ausgebeutete, in „Unterdrücker und Unterdrückte“ zerfielen. Die Überwindung der kapitalistischen Klassenverhältnisse und damit die Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft ist das, was Engels die „weltgeschichtliche Rolle“ des Proletariats nannte. Diese Rolle wahrzunehmen, setzt ein Bewusstsein der Arbeiterklasse voraus, welches jedoch keineswegs von allein entsteht. Es zu organisieren, ist die politische Aufgabe der Kommunisten.

In bürgerlichen und sozialdemokratischen Theorien wird in der Regel die Existenz von Klassen in Frage gestellt. Ein materialistischer Standpunkt, von dem aus die Gesellschaft betrachtet wird, wird abgelehnt, sodass völlig andere Ansätze der Gliederung und Systematisierung der Gesellschaft resultieren. An den Universitäten betriebene Sozialstrukturanalysen, betrachten Schichten, Milieus oder Lebenslagen, anstelle von Klassen. Soziale Missstände werden auf diese Weise zwar in dieser oder jener Weise erfasst, aber nicht in ihrer wirklichen Systematik oder in ihrem Ursprung beschrieben. Die Rede von einer „Entstrukturierung“ der Gesellschaft, also einer Auflösung der Klassenstruktur durch eine veränderte Arbeitswelt, ist eine Spielart dieser Ansätze und zeigt in dem Maße, wie diese Argumentation auch in linken Zusammenhängen Anklang finden, wie stark die Grundlagen der marxistischen Theorie bereits revidiert wurden.

Für die AG Klassenanalyse wird es relevant sein, sich mit den Konzepten der bürgerlichen Forschung auseinanderzusetzen, da hier ein Großteil der Empirie, wie sozialstatistische Daten, generiert wird. Wir werden die Frage bearbeiten, wie eine „Übersetzung“ bzw. Brauchbarmachung dieser Empirie für eine marxistische Analyse funktioniert.

Schließlich ist auch in der kommunistischen Bewegung, wo die Betrachtung von Klassen zur allgemeinen Grundlage gehört, die Theorie der Klassen nicht unumstritten. Es beginnt bei ihrer begrifflichen Erfassung. Insbesondere die Differenziertheit der Arbeiterklasse wirft die Frage auf, wie sie zu systematisieren und zu untergliedern ist. Was bedeuten offensichtliche Unterscheidungsmerkmale innerhalb der Klassen für kommunistische Politik? Welche gesellschaftlichen Rollen übernehmen die Klassen im Zusammenhang mit gesellschaftlichem Fortschritt und was bedeutet das für Bündnispolitik? Wie ergibt sich Klassenbewusstsein? Nicht zuletzt wird die Frage nach der Lage der Arbeiterklasse als Argumentationsgrundlage für die Möglichkeiten und Perspektiven der Arbeiterklasse herangezogen. Kann man von einer Verelendung der Arbeiterklasse sprechen, oder nicht? Anhand dieser Fragen wird die Relevanz der Klassentheorie für kommunistische Politik deutlich. Sowohl, was die politische Strategie, als auch die Taktik angeht.

Über die Formulierung einer Klassentheorie hinaus, sind es aber die spezifischeren Fragen – Fragen nach detaillierteren gesellschaftlichen Verhältnissen und Prozessen, wie z.B. tagespolitische Kämpfe und deren Perspektiven – mit denen sich die AG Klassenanalyse hauptsächlich befassen wird. Sie ist damit beauftragt, das Handwerkszeug zur Beantwortung dieser Fragen zu liefern. Schließlich ist eine umfassende Vorstellung der aktuellen Klassenstruktur, ihrer Dynamik und des Klassenbewusstseins die Voraussetzung, um auf wissenschaftlicher Weise politische Entscheidungen treffen zu können.

Zunächst wird sich die AG Klassenanalyse auf der Grundlage der politischen Ökonomie mit Fragen der Klassenbildung beschäftigen. Insbesondere werden wir erarbeiten, welche allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Klassengesellschaft es zu berücksichtigen gilt und ob wir diese über den Verlauf der Geschichte beobachten können. Schließlich steht die Beschreibung der heutigen Klassenverhältnisse der BRD im Zentrum unserer Arbeit. Wie setzt sich die Arbeiterklasse heut zusammen und welchen Dynamiken ist sie unterworfen? Wie ist es um ihre Lebenslage bestellt und was bestimmt ihr Bewusstsein?

Dissens[Bearbeiten]

Weitere folgen.

Offene Fragen[Bearbeiten]

Weitere folgen.

Grundannahmen[Bearbeiten]

Politische Ökonomie und Klassentheorie

Klassenkampf und Klassenbewusstsein

Klassen, Schichten, Gruppen

  1. Finanzoligarchie
  1. Selbstarbeitende Eigentümer
  2. Öffentliche und private Dienerklassen
  1. Qualifizierte und unqualifizierte Arbeiter
  2. Kopf- und Handarbeiter
  3. Produktions- und Zirkulationsarbeiter
  1. Lumpenproletariat

Mitmachen[Bearbeiten]

In den nächsten Monaten wollen wir uns an die systematische Beantwortung der Fragen machen - dabei kannst du mitmachen:

  • Diskutier mit
    • Du hast andere Erkenntnisse, Positionen zu bestimmten Fragen?
    • Du hast selbst offene Fragen zum Thema?
  • Einzelne Arbeitsaufträge übernehmen - in Theoriearbeit oder in praktischer Umsetzung
  • Dauerhaft mitarbeiten in der AG

Wenn das interessant klingt oder dir noch andere Möglichkeiten einfallen, dich zu beteiligen, melde dich bei uns:

AG_klassenanalyse@kommunistische.org